Wenn Sie sich für koreanische Kosmetik oder moderne Hautpflege interessieren, sind Sie wahrscheinlich schon einmal auf den Begriff „Cleansing Balm“ gestoßen. Diese Reinigungsbalsame haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen und sind mittlerweile ein fester Bestandteil vieler abendlicher Pflegeroutinen. Dennoch fragen sich viele Menschen, was ein Cleansing Balm eigentlich ist und worin er sich von einem Reinigungsöl oder einem klassischen Reinigungsgel unterscheidet.
Auf den ersten Blick wirkt ein Cleansing Balm vielleicht etwas ungewohnt. Er hat eine feste, fast butterartige Konsistenz, die sich beim Kontakt mit der Haut in ein Öl und nach Zugabe von Wasser in eine feine Emulsion verwandelt. Genau diese Verwandlung ist einer der Gründe, warum Cleansing Balms so viele Anhängerinnen und Anhänger gefunden haben.
Das Ziel eines Reinigungsbalsams ist nicht, die Haut zu entfetten oder auszutrocknen, sondern Make-up, Sonnenschutz und andere Verunreinigungen, die sich tagsüber angesammelt haben, schonend zu entfernen.
Ein Cleansing Balm beziehungsweise Reinigungsbalsam ist ein Produkt für den ersten Schritt der abendlichen Gesichtsreinigung. Er funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Reinigungsöl und löst fettlösliche Rückstände wie:
Im Gegensatz zu einem flüssigen Reinigungsöl besitzt ein Balm eine festere Konsistenz. Durch die Wärme der Haut schmilzt er jedoch rasch und verwandelt sich in ein Öl, das sich nach Zugabe von Wasser leicht abspülen lässt.
Dadurch empfinden viele Menschen die Anwendung als besonders angenehm und komfortabel.
Das Prinzip ist einfach: Gleiches löst Gleiches.
Viele Bestandteile von Make-up und Sonnenschutzprodukten sind fettlöslich. Ein Reinigungsbalsam kann diese Rückstände daher oft sanfter lösen als Wasser allein oder manche wasserbasierte Reinigungsprodukte.
Wird Wasser hinzugefügt, emulgiert der Balm. Dabei entsteht eine milchige Emulsion, die sich leicht abspülen lässt.
Ein gut formulierter Cleansing Balm sollte nach dem Abwaschen keinen schweren Fettfilm hinterlassen.
Die Anwendung ist unkompliziert.
Tragen Sie zunächst eine kleine Menge auf die trockene Haut auf und massieren Sie das Gesicht mit sanften, kreisenden Bewegungen. Der Balm löst nach und nach Make-up, SPF und überschüssigen Talg.
Anschließend die Hände anfeuchten und weiter einmassieren. Der Balm verwandelt sich dabei in eine milchige Emulsion, die die gelösten Rückstände entfernt.
Danach das Gesicht gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen.
In den meisten Fällen folgt anschließend ein zweiter Reinigungsschritt, beispielsweise mit einem milden Reinigungsgel. Die Kombination aus Balm und wasserbasierter Reinigung bildet die Grundlage des sogenannten Double Cleansing.
Reinigungsbalms und Reinigungsöle funktionieren sehr ähnlich. Beide entfernen Make-up, SPF und Talg und werden häufig im Rahmen der Doppelreinigung verwendet.
Der größte Unterschied liegt in der Textur.
Während ein Reinigungsöl flüssig ist, besitzt ein Cleansing Balm eine feste Konsistenz und schmilzt erst auf der Haut.
Die Entscheidung zwischen Balm und Öl hängt daher meist eher von persönlichen Vorlieben als vom Hauttyp ab.
Ja, in den meisten Fällen schon.
Fettige Haut bedeutet nicht, dass man auf ölbasierte Produkte verzichten sollte. Im Gegenteil: Eine sanfte Ölreinigung kann helfen, überschüssigen Talg zu entfernen, ohne die Hautbarriere zu beeinträchtigen.
Wichtig ist, Produkte zu wählen, die speziell für die Gesichtsreinigung entwickelt wurden, und anschließend mit dem zweiten Reinigungsschritt fortzufahren.
Viele Menschen mit fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut stellen fest, dass ihnen ein Cleansing Balm besser bekommt als stark entfettende Produkte.
Empfindliche Haut reagiert oft gut auf sanfte Reinigungsbalms ohne starke Duftstoffe oder reizende Inhaltsstoffe.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass beim Abschminken weniger Reibung notwendig ist. Make-up und Sonnenschutz lösen sich sanft, wodurch mechanische Reizungen reduziert werden können.
Wie bei jeder Kosmetik gilt jedoch: Jede Haut reagiert individuell.
Das hängt von Ihrer Routine ab.
Wenn Sie regelmäßig Make-up oder Sonnenschutz verwenden, kann ein Cleansing Balm ein sehr sinnvoller Bestandteil Ihrer Abendroutine sein.
An Tagen ohne Make-up und SPF ist der erste Reinigungsschritt hingegen nicht immer notwendig.
Entscheidend ist, die Pflege an die Bedürfnisse der eigenen Haut anzupassen.
Ein häufiger Fehler ist das Auftragen auf nasse Haut. Die meisten Cleansing Balms sollten auf trockener Haut verwendet werden, damit sie Verschmutzungen optimal lösen können.
Ebenso kommt es häufig vor, dass der Balm nicht gründlich abgespült wird oder der zweite Reinigungsschritt ausgelassen wird – besonders bei langanhaltendem Make-up oder wasserfestem Sonnenschutz.
Manche Menschen befürchten außerdem, dass ein Balm die Poren verstopft. Gut formulierte Reinigungsbalms lassen sich nach der Emulgierung jedoch in der Regel problemlos abwaschen.
Die Haut sollte sich nach der Reinigung sauber, aber dennoch angenehm anfühlen. Sie sollte weder spannen noch ausgetrocknet oder gereizt wirken.
Wenn die Haut auch die nachfolgenden Pflegeschritte gut verträgt und nicht überlastet erscheint, spricht vieles dafür, dass das Produkt gut geeignet ist.
Wie in vielen Bereichen der Hautpflege gibt es keine Universallösung für alle.
Ein Cleansing Balm ist eine sanfte und wirksame Möglichkeit, Make-up, SPF und alltägliche Verunreinigungen zu entfernen. Dank seiner angenehmen Textur und einfachen Anwendung hat er weltweit viele Fans gewonnen und gehört heute zu zahlreichen Hautpflegeroutinen.
Ob Sie sich für einen Reinigungsbalsam oder ein Reinigungsöl entscheiden: Wichtig ist, ein Produkt zu wählen, das zu den Bedürfnissen Ihrer Haut passt. Denn gesunde Haut beginnt nicht beim Serum oder bei der Creme, sondern bei der richtigen Reinigung.